BRANDENBURG
GORDON WELTERS
Die Ausgangsfrage, was mein eigener Glückstempel ist, hat mich inspiriert. Glück als etwas Zartes und Flüchtiges, eine Art mentaler Rückzugsort – diesen Ansatz fand ich sehr spannend. Was bedeutet Glück? Wie kommt es, dass sich beim Anblick des Bären sofort Kindheitserinnerungen einstellen, die sich ähnlich weich und behütet anfühlen wie das Fell eines kleinen Teddybären? Warum werden Glücksmomente oft nur im Rückblick erkennbar? Öffnen sich mit neuen Horizonten auch die Quellen des eigenen Glücks? Mit diesen Fragen im Gepäck bin ich schließlich auf Motivsuche gegangenen.
Jeden Abend steht Dotti, das kleine Zwerghuhn, vor der Tür. Wie selbstverständlich lasse ich sie herein. Ein abendliches Ritual, das mir noch vor wenigen Jahren absurd vorgekommen wäre. Heute ist das anders. Wo früher nur ein Frühstücksei auf dem Tisch stand, steht heute ein kleines Meisterwerk vor mir, eines das nicht jeden Tag verfügbar ist. Landete früher Hühnchenfleisch auf dem Grill, verzichte ich heute bewusst darauf. Durch das Leben auf dem Land und die Bereitschaft Tiere als eigenständige, soziale Wesen mit indivduellen Bedürfnissen wertzuschätzen, hat sich ein völlig neuer Horizont für mich erschlossen – einer, der viele Glücksmomente für mich bereithält. Im Hier und Jetzt.

